Mittwoch, 5. März 2008

Die Aktienperformance von Rauchern, Psychologen und Frauen

Drei Studien...

1. Studie:

Wilhelm Entenmann hat mich heute auf einen Artikel wissenschaftlichen Ursprungs verwiesen, den ich gleich mal zur Grundlage für einen Beitrag machen möchte:

Hirnforschung: Wie Raucher Aktien kaufen
(wissenschaft.de)

Als Grundlage dieser Studie wurde ein Investmentspiel durchgeführt, bei dem Raucher und Nichtraucher einerseits hinsichtlich ihres Verhaltens bei der Berücksichtigung von Informationen zum Marktgeschehen, andererseits hinsichtlich hirnfunktionaler Vorgänge, die parallel dazu ablaufen und mittels funktioneller Magnetresonanztomographie erfasst wurden, verglichen wurden.

Wesentliche Ergebnisse dieser Studie sind: Raucher gehen in geringerem Maße auf Marktinformationen ein, die bei Nichtrauchern in stärkerem Maße zu einer Korrektur des bisherigen Anlageverhaltens führen. Von den Untersuchern wird dies so interpretiert, dass Raucher häufig handlungsrelevante Informationen verdrängen – ebenso wie sie die mögliche Verhaltensalternative des Aufhörens mit dem Rauchen "verdrängen".

Hier die Quelle zum englischsprachigen Originalartikel (der vermutlich allerdings nur dann aufzurufen geht, wenn man sich im Netz einer Universität befindet, über deren Bibliothek man einen Zugriff auf den Volltext dieser Zeitschrift hat):

Chiu, Lohrenz & Montague (2008). Smokers' brains compute, but ignore, a fictive error signal in a sequential investment task. Nature Neuroscience.

Anzumerken ist, dass es sich bei dieser Studie um eine Simulation und nicht um eine reale Situation an der Börse handelt. Leider ist auch die Stichprobengröße mit jeweils 31 Rauchern und Rauchern sehr klein, was allerdings in der aufwendigen Untersuchung mittels Magnetresonanztomographie begründet liegt.

Neuropsychologische Forschung liegt derzeit im Trend. Was dann allerdings Abstriche in anderen Bereichen nach sich zieht.

Der Berg kreisste und gebar eine Maus.

... es stellt sich die Frage, ob Raucher auch bei einer Teilnahme am realen Börsengeschehen wichtige Informationen verdrängen und welche Auswirkungen dies auf die Performance von Börsendepots von Rauchern vs. Nichtrauchern hat.

In diesem Zusammenhang möchte ich noch auf einige ältere Studien verweisen, die sich mit der simulierten oder auch realen Börsenperformance unterschiedlicher Personengruppen beschäftigt haben.

...

2. Studie:

Anfang 2006 erschien eine Studie von Forschern der Bonn und Heidelberg, die gemeinsam mit Unternehmensberatern von McKinsey und Ökonomen der Bank of England eine Art Börsenspiel mit insgesamt 6500 Teilnehmern durchgeführt hatten. Die Teilnehmer setzten sich dabei aus Psychologen, Physikern, Mathematikern und Ökonomen zusammen. Ich glaube, ich muss hier nicht extra erwähnen, welche der vier Gruppen dreifach höhere Gewinne einfahren konnte *fg*

Psychologen spekulieren besser als Physiker
(WELT ONLINE)

Demzufolge ist man mit Intuition allerdings erfolgreicher als mit reiner rationaler Überlegung.

Anzumerken ist, dass es sich bei dieser Studie um ein Börsenspiel handelte, wobei ein kurzfristiger und unter Simulationsbedingungen erreichter Anlageerfolg untersucht wurde. Eine solche Simulation muss nicht unbedingt dieselben Ergebnisse liefern wie eine Analyse unter realen Feldbedingungen. Des weiteren ist auch eine ganze Reihe von Anlegern eher langfristig orientiert... bis hin zur Betrachtung von Aktien als Altersvorsorge.

...

3. Studie:

Zu diesem Zweck möchte ich auf einen Artikel verweisen, der Studien mehrerer Direktbanken zusammenfasst, die sich mit der tatsächlich Performance von Anlagedepots über einen längeren Zeitraum bis zum Jahr 2006 befasst haben. Wobei es um Unterschiede zwischen Männern und Frauen geht:

Frauen investieren anders: Die Aktie ist männlich
(sueddeutsche.de)

Frauen beschäftigen sich demnach im Vergleich zu Männern noch relativ wenig mit der Börse – wenn sie es jedoch tun, dann sind sie signifikant erfolgreicher!

Im Verhalten zeigen sich dabei folgende Unterschiede:

- Frauen legen ihr Geld häufiger in Fonds und Anleihen und weniger in Aktien und Optionsscheinen an.

- Frauen legen ihr Geld stärker diversifiziert an – setzen also nicht alles auf eine Karte.

- Frauen traden auch nicht hin und her, sondern halten Wertpapiere länger als Männer.

Die Depots von Frauen sind infolgedessen wertstabiler und weisen geringere Schwankungen auf. Männer haben im Vergleich zu Frauen entweder eine sehr gute oder eine sehr schlechte Performance.

...

Fassen wir die drei Studien kurz zusammen:

Der absolut erfolgreiche Anleger ist demzufolge Psychologe, weiblich und Nichtraucher.

Vorausgesetzt, es gibt nicht noch irgendwelche sonstigen Einflüsse, die im Rahmen der zitierten Studien nicht kontrolliert worden sind.

...

Noch etwas Psychologisches als Linktipp: Mit richtiger Zielsetzung zum Erfolg

Kommentare:

luposine hat gesagt…

Männer! Gebt mir euer Geld!!!
Ich kümmer mich drum!!


:)

PsychoBlogger hat gesagt…

@ luposine:

Du bist keine Psychologin und hast demnach nur maximal zwei von drei notwendigen Qualifikationen! *fg*

Wie es bei Dir mit dem Rauchen ausschaut, weiß ich ja nicht 8)

luposine hat gesagt…

JEDE Frau ist Psychologin - wer würde die ganze Männerschar denn sonst täglich therapieren ;)

Vertrau mir :) *händehochherdamit* :D

PsychoBlogger hat gesagt…

@ luposine:

... die eigentlich gar nicht therapiert werden wollen? *schnell weglauf* *fg*

luposine hat gesagt…

Lauf ganz schnell!!

Ihr wisst es nur nicht!

PsychoBlogger hat gesagt…

"Warum versuchen Frauen, zehn Jahre lang ihren Ehemann zu ändern, um sich dann zu beschweren, dass er nicht mehr der ist, den sie geheiratet haben?" (Barbara Streisand)

*fg*

Anonym hat gesagt…

Hochinteressant, aber ich finde es schlimm, dass die Raucher jetzt so ins Abseits geschoben werden, als wären es Kriminelle. Nein, ich rauche nicht mehr seit der 80er, aber ich sehe es nicht ein, dass man Raucher schlechter behandelt als andere der Suchtgefährdeten und dabei auch noch Arbeitsplätze zerstört und zwar die der Zigarettenindustrie und der Kneipen. Wieder ein paar Menschen mehr in der Arbeitslosenstatistik. Ich hasse diese Gängelei des Staates und mir ist es eigentlich wurscht was da so die Studien sagen. Wir haben alle Augen, Ohren und menschliche Empfindungen für Dinge, die meiner Meinung nach verkehrt laufen in unserem staatlichen Haus.

Liebe Grüße von Inge aus HH

luposine hat gesagt…

Habsch ja noch'n paar Jährchen vor mir ;)

Wie war das nun: kommt das Geld?
Sind hier sonst noch männliche Mitleser, die ihr Geld in gute Hände geben möchten?? Haaaaaalloooo, ist hier wer?? *fg

@ Inge: hast du das jetzt wirklich alles gelesen??? ;)

Anonym hat gesagt…

Liebe Luposine, warum fragst du mich das? Bin ich nicht mehr am Thema dran? Ich hab so geschrieben wie ich denke.

Gruß von Inge aus HH

Trick_17 hat gesagt…

DESHALB! Ich werde aufhören zu Rauchen, ein Psychologiestudium ablegen, und schon geht es voran *g* Aber andererseits kann ich mit meinen Mißerfolgen auch ganz gut leben, und lege mein Geld weiterhin in Kekse, Kuchen und Schoggi an. Irgendwie ist das auch Gewinn bringend. Mein Spiegel lügt nicht!

PsychoBlogger hat gesagt…

@ luposine:

Du müsstest zumindest noch mal irgendwie ne Prüfung ablegen *fg*

@ trick_17:

*gg*

Diane hat gesagt…

Hier wird frau also her gelenkt mrgreen:
... und wie war das noch - 2 % oder so ähnlich vom Weltvermögen gehört MÄNNERN! :shock: Mal gut, dass nicht alle Frauen so arm sind zum Beispiel Mrs. Beckham, die es versteht ...

Diane hat gesagt…

Ich glaube, das ist eher so ein Ehe-Beratungs-Blog hier :shock: .. unter einem Deck-Mäntelchen :mr-big-green:

PsychoBlogger hat gesagt…

@ diane (11:49):

Nur 2 % des Weltvermögens gehört Männern??? Also 98 % den Frauen??? Dazu bräuchte ich jetzt aber mal ne Quelle von Dir! Wenn dem so ist, bin ich allerdings ziemlich schockiert! (Vermutlich hat das schon alles die luposinische unter ihren Fittichen *fg*)

@ diane (11:54):

Ich persönlich werde allerhöchstens nur davon abraten! *fg*

Diane hat gesagt…

Oh was für ein Malheur, ich meinte umgekehrt ;-) Frauen selbstveständlich *gg*

Da siehst Du, wie Du frau verwirrst mit Deinen langen Beiträgen :mrgreen: - wozu braucht ein Psychologe (=> Psychologen spekulieren besser als Physiker) im übrigen eigentlich Geld bei so einer spartanischen Lebens-Weise? :shock: mit spartanischen Möbel und ohne Frau(en)??? :mrgreen:

Yes, die Frau die es versteht, kann viel unter ihren Fittchen haben :mrgreen:

Holzmichel hat gesagt…

Hi lieber Falk,
ich mach natürlich auch bei Dir öfters Gegenbesuche, schreibe natürlich nicht immer.
Schade dass Du bei Deinem Aktienblog nicht auf einzelne Werte eingehst.
Hier sollte man doch sich austauschen können.
Wenn Du eine Seite oder einen Chat ausfindig gemacht hast, dann sage mir diesen. Ich finde ein lebendiger Meinungsaustausch schadet nie.
Aus Zeitgründen bringen ich auch auf meinen Seiten www.boersensimpl.de
keine eigenen Beiträge, sondern bringe immer das Tagebuch von Markus Frick. Der ist zwar im Moment umstritten, aber seine Börsen- und Armeedisziplin ist ok. Mehr will ich gar nicht Ich abonn. ja nichts von ihm..
Gruss und Servus
Richard

PsychoBlogger hat gesagt…

@ holzmichel:

Willkommen hier im Blog :-)

Ich bin bisher nur wenig auf Anlageprodukte und speziell einzelne Aktien eingegangen, weil dies eigentlich auch kein Blog mit konkreten Anlageempfehlungen sein soll. Ich möchte gewisse Dinge ein wenig hinterfragen. Und von bestmmten Produkten eher abraten. Und bestimmte Entwicklungen im Hinblick auf die Folgen für unseren Sozialstaat usw. bewerten. Allerdings wird es gelegentlich auch... Meinungsäußerungen zu konkreten Einzelwerten geben. Sofern ich die Zeit dazu finde ;-)