Montag, 12. Dezember 2011

Was bedeuten Bank-Empfehlungen für Wetten auf fallende Kurse?

In der Nacht vom 8. zum 9.12. haben die europäischen Regierungschefs (mal wieder) zusammen gesessen und einiges beschlossen, um die europäische Schuldenkrise zu bewältigen und den Euro zu retten:

Euro-Rettung: Was auf dem Gipfel beschlossen wurde
(SPIEGEL ONLINE)

Zu den Beschlüssen selbst möchte ich mich mal nicht äußern. Das tun schon genügend andere.

Kleines Detail am Rande und für mich einen Blogbeitrag wert ist allerdings die folgende Meldung:

Goldman Sachs empfiehlt Wette gegen den Dax
(SPIEGEL ONLINE)

Finanzwetten werden üblicherweise mit Optionsscheinen realisiert (Calls für Wetten auf steigende Kurse, Puts für Wetten auf fallende Kurse).

Goldman Sachs, eines der führenden Emissionshäuser von Optionsscheinen, empfiehlt also den Kauf von Put-Optionsscheinen auf den DAX.

Dazu sollte man folgendes wissen:

Der Emittent eines Optionsscheins garantiert den Verkauf oder Rückkauf eines Wertpapiers zu einem bestimmten Termin zu einem vorab festgelegten Preis.

Vereinfacht dargestellt: Der Käufer eines Put-Optionsscheins bekommt garantiert, dass die Bank ihm z.B. zum Zeitpunkt X ein Wertpapier für 1000 Euro abkauft. Wenn dieses Wertpapier zu diesem Zeitpunkt an der Börse für nur noch 800 Euro gehandelt wird, so kann der Besitzer des Optionsscheins tatsächlich einen kleinen Gewinn einstreichen. Er kauft sich einfach das Wertpapier für 800 Euro und verkauft es der Bank für 1000 Euro. Es dürfte allerdings einleuchten, dass dieser Gewinn gleichzeitig einen Verlust für das Emissionshaus darstellt. Die Bank würde ja für das Wertpapier mehr Geld ausgeben, als wenn sie es an der Börse ordern würde.

Andersherum: Liegt der Kurs des Wertpapiers zu besagtem Zeitpunkt bei 1500 Euro, dann ist der Optionsschein wertlos und die Bank hat einen Gewinn gemacht - denn der Optionsschein hat schließlich auch Geld gekostet).

Nun stellt sich folgende Frage: Welchen Sinn hat es wohl, als Bank ein Geschäft zu empfehlen, bei dem das Geldhaus Verlust macht? Oder anders gefragt: Von welcher weiteren Kursentwicklung (in diesem Fall für die DAX-30-Werte) geht man wohl tatsächlich aus?

Kommentare:

SecondAttempt hat gesagt…

Das ist wohl der Gedanke, den man bei allem, was Banken so tun, lassen und empfehlen, immer im Hinterkopf haben sollte. Eine Bank will und soll Geld verdienen - sonst nichts. Weder ihre Kunden, noch das sogenannte Gemeinwohl sind auf den vorderen Plätzen ihrer Prioritätenliste ;-)

Anonym hat gesagt…

das ist doch jacke wie hose..
wenn sie aktien kaufen und spekulieren auf steigende kurs oder optionscheine oder andere short produkte.. ist es kaum vertrettbar das eine besser als das andere darzustellen. es sollte denn menschen mal klar sein das ALLE investments wetten sind.
sie können auf alles wetten.

wenn der markt der meinung ist das der dax fallen wird dann ist es aus meiner sicht genau so moralisch vertrettbar short zugehen als wenn sie vor gier long im markt sind weil die märkte steigen.

ist doch dämmlich long zu bleiben wenn der markt short geht!

das sind die vorteile von headgefunds.

sie können in alle richtungen investieren / spekulierne.

der 0 8 15 anleger hat nur produkte wo er geld verdient wenn der kurs steigt. das ist fahrlässig und nicht zuende gedacht...

der markt ist immer fair zu jeden.

aber es sollte auch endlich mal eindämmern in denn köpfen das es nicht im sinne der BANK oder uns aller ist das ALLE gewinnen !

gewinnen können sie nur wenn jemand verliert.

die "dumme" masse verliert geld und wird immer geld verlieren.

denken nicht 1 meter nach.. wenn sie fonds kaufen.. das 9 von 10 fondsmanager nicht besser als der markt sind.. das fast alle bank produkte dazu da sind durch gebühren und verwaltung sich an den kunden zu bereichern...

aber nochmal.. es gibt genug dummme.. die mehrheit da draußen...

ob long oder short.. es kommt drauf an zu gewinnen !