Donnerstag, 23. Februar 2012

Am 01.03.2012 in Deutschland nicht tanken?

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Bei Facebook kursiert derzeit der Aufruf, am 01.03.2012 in ganz Deutschland nicht zu tanken. Die Aktion richtet sich gegen die Abzocke durch Mineralölkonzerne durch hohe Spritpreise, die sich allein durch gestiegene Rohöl-Preise nicht erklären lassen.

Die bei Facebook angemeldete Veranstaltung hat mittlerweile bereits deutlich über 1.18 Millionen Zusagen:

Am 01.03.12 in ganz Deutschland nicht Tanken!!!!!!
(Facebook)

Eine überaus beeindruckende Zahl - vor allem wenn man bedenkt, dass die Veranstaltung erst am 22.02. angemeldet worden ist!

Allerdings mache ich mir schon so meine Gedanken darüber, welchen Sinn und Nutzen das Ganze hat. Dieser Nutzen dürfte ziemlich gering sein, wenn die Teilnehmer der Aktion das Tanken lediglich auf die Tage vor und nach dem 1. März verschieben.

Gerade Berufskraftfahrer und Pendler tanken ja nicht zum Spaß, sondern weil sie mit dem PKW oder auch LKW fahren müssen! Ohne eine grundsätzliche Umstellung des individuellen Fahrverhaltens wird sich allerdings an der Menge verbrauchten Benzins und damit auch am Umsatz und Gewinn der Mineralölkonzerne nichts ändern!

Eine grundsätzliche Umstellung betrifft dabei die Frage, d.h. wie man fährt (wenn man denn fahren muss) und auch in welchem Umfang man sein Fahrzeug im Freizeitbereich nutzt!

Hier meine Tipps zum spritsparenden Fahren, von denen zumindest die meisten wohl bekannt sein dürften:

1. Vorausschauend Fahren! Die Strecke und den Verkehrsfluss im Hinblick auf Bremserfordernisse analysieren und nicht noch mal sinnlos vor einer auf Rot schaltenden Ampel zu beschleunigen.
2. Möglichst niedrigtourig fahren, d.h. bei Benzinern eine Drehzahl von etwa 2000 Umdrehungen pro Minute anstreben. Bei leicht abschüssigem Gelände darf die Umdrehungszahl auch mal darunter liegen.
3. Besonders sparsam ist man übrigens im 5. Gang zwischen 70 und 90 km/h unterwegs.
4. Ausnutzen der Motorbremse, d.h. Fuß von allen Pedalen, wenn ein allmähliches Bremsen oder wenn bei abschüssigem Gelände keine weitere Beschleunigung erforderlich ist! Zumindest bei neueren Fahrzeugen führt dies zu einer Abschaltung der Benzinzufuhr. Außerdem reduziert sich dadurch der Verschleiß der Radbremsen.
5. Alternativ: Fahrzeug im Leerlauf ausrollen lassen! Je nach Gefälle und Bremserfordernis kann es in manchen Situationen sinnvoller sein, das Fahrzeug im Leerlauf ausrollen zu lassen. Dadurch wird die kinetische Energie des Fahrzeugs besser ausgenutzt.
6. Bei der Wahl des Fahrzeugs auch auf den Verbrauch achten! Dabei nicht nur die Angaben des Herstellers, sondern auch Informationen in unabhängigen Verbraucherportalen oder Berichte von Automobilclubs beachten!
7. Bitte keine Automatik-Schaltung aufschwatzen lassen, die den Verbrauch pauschal um etwa einen Liter erhöht!
8. Kurzstrecken meiden, da der kalte Motor (insbesondere in der kalten Jahreszeit) beim Start sehr viel mehr Sprit verbraucht als ein warmgelaufener Motor. Außerdem tut ein bisschen Bewegung auch ganz gut!
9. Fahrgemeinschaften bilden!

Wenn ich mal meine persönliche Fahrweise mit der anderer Fahrer auf der Autobahn vergleiche, so dürfte wohl der eine oder andere Verkehrsteilnehmer noch ein gewisses Spritspar-Potenzial aufweisen.

Da gibt es nicht nur diejenigen, die einen mit 180 oder 200 km/h überholen müssen, sondern einige müssen dann auf der Abfahrt von der Autobahn noch mal richtig beschleunigen, um kurz darauf wieder abrupt abbremsen zu müssen.

Häufig hört man an dieser Stelle noch den Tipp, man solle doch bei sogenannten freien Tankstellen tanken! Diesen immer wieder heruntergeleierten Hinweis kann ich allerdings nicht mehr hören! Nach meiner Erfahrung liegt der Unterschied zwischen den freien Tankstellen und den A- und B-Marken bei 1 bis 3 Cent. Viel erheblicher für den Spritpreis sind allerdings die Region sowie Wochentag und Uhrzeit. Siehe dazu auch diesen Beitrag: Billiger tanken - ab jetzt nicht mehr montags?.

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