Donnerstag, 21. März 2013

Was tun im Inkasso-Fall?

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Anbieter von Produkten und Dienstleistungen haben ein berechtigtes Interesse an der Vergütung ihrer Leistung, sofern diese Leistung von Kunden in Anspruch genommen worden ist. Diese Vergütung erfolgt aber leider nicht immer - seien die Kunden nun private Endverbraucher oder auch Unternehmen.

Insbesondere kleine Unternehmen sind sehr schnell in ihrer Existenz bedroht, wenn einzelne Kunden Rechnungen lange Zeit nicht bezahlen. Jeder hat seine fixen Kosten und Ausgaben und natürlich auch Steuern zu bezahlen.

In diesem Fall greift dass Debitorenmanagement mit dem Mahnwesen und Inkasso. "Inkasso" meint die geschäftsmäßige Beitreibung oder Einziehung von fälligen Forderungen. Ein Inkasso-Fall tritt dann ein, wenn ein Schuldner trotz Mahnung nicht auf offene Forderungen reagiert und seiner Zahlungsverpflichtung nicht nachkommt.

Kunden bzw. Abnehmer von Leistungen können aus unterschiedlichen Gründen in die Situation geraten, mit dem Mahnwesen eines Unternehmens oder Inkasso in Kontakt zu geraten: Im einfachsten Fall hat man vielleicht eine einzelne fällige Rechnung einfach vergessen zu bezahlen. Man hat vielleicht den Überblick über fällige Zahlungen verloren.

Aber auch viele Anbieter tragen eine gewisse Mitverantwortung: Elektronikmärkte, Möbelmärkte, Versandhäuser usw. locken mit auf den ersten Blick günstigen Null-Prozent-Finanzierungen. Der eine oder andere Konsument wird dadurch animiert, mehr Geld auszugeben als ihm eigentlich für einen gewissen Zeitraum zur Verfügung steht. Mancher Verbraucher gerät auch unverschuldet in die Situation, fällige Raten nicht mehr bezahlen zu können, wenn beispielsweise ein sicher geglaubter Job wegfällt und das verbleibende Einkommen nicht mehr ausreicht.

Viele Unternehmen haben das Inkasso an Anwaltsbüros oder spezialisierte Inkasso-Unternehmen ausgelagert. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder die Gläubiger beauftragen das Inkasso-Unternehmen, um die eigenen Forderungen beizutreiben, oder sie verkaufen ihre Forderungen an das Inkasso-Unternehmen, so dass dieses selbst zum Gläubiger des Schuldners wird.

Das beauftragte Inkasso-Unternehmen wird nach einer Prüfung des Falls eine schriftliche Mahnung an den Schuldner versenden. Falls der Schuldner die Zahlung verweigert, kann das Unternehmen gerichtliche Mahn- und Vollstreckungsbescheide veranlassen. Die weiteren Schritte wären eine Zwangsvollstreckung durch einen Gerichtsvollzieher und die Pfändung von verwertbarem Eigentum. Erklärt sich der Schuldner grundsätzlich bereit, seine Schulden zu bezahlen, so ist eine Vereinbarung von Ratenzahlungen, Stundungs- und Vergleichsvereinbarungen zwischen Schuldner und Inkasso-Unternehmen möglich.

Auf keinen Fall sollte man Mahnungen und ähnliche Schreiben einfach ignorieren, denn auf diese Weise summieren sich weitere Kosten für den Schuldner (Mahngebühren, Inkassogebühren, Kosten für gerichtliche Mahnung und Vollstreckung)!

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